Presseklub: Trumps Iran-Debakel
6/20/20261 hr 4 min
Der Krieg zwischen den USA und Iran ist vorbei. So zumindest will es das Islamabad Memorandum of Understanding, das Donald Trump und Ayatollah Mojtaba Khamenei am Donnerstag offiziell unterzeichnet haben. Die Straße von Hormus soll damit ab sofort wieder offen sein.
Ein endgültiger Friedensvertrag ist das aber noch nicht, eher eine verlängerte Waffenruhe. 60 Tagen geben sich die Parteien jetzt Zeit, um die Details auszuarbeiten. Die großen Linien des Deals: Die Iran-Sanktionen sollen fallen, Iran darf wieder Öl exportieren, die USA erarbeiten einen Wiederaufbauplan für Iran in Höhe von 300 Milliarden Dollar und Iran bekräftigt, dass es weder nukleare Waffen beschaffen noch entwickeln will.
Doch bedeutet dieses Abkommen wirklich Frieden? Was hindert Donald Trump daran, wieder los zu bombardieren, falls ihm die Verhandlungstaktik der Iraner in den nächsten Wochen nicht passt? Ist die Absage der ersten Gespräche in der Schweiz diesen Freitag ein schlechtes Zeichen? Und ist heute eigentlich irgendetwas besser, als vor dem Krieg?
Der Apofika-Presseklub mit Sophie von der Tann (ARD), Rieke Havertz (Zeit), Katharina Willinger (ARD) und natürlich unserem Host, Markus Feldenkirchen (Spiegel)
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Clips
Transcript preview
First 90 secondsMarkus Feldenkirchen· Host0:00
Es ist Samstag, der 20. Juni.
Bettina Rust0:02
[Musik] Apokalypse, Apokalypse, Unfilterkaffee, Unfilterkaffee. Der Presseclub mit Marcus Feldenkirchen.
Markus Feldenkirchen· Host0:22
Eine AfD-Gemeinderätin in Böblingen hat bei einer Gremiensitzung Joseph Goebbels' Ausschreie „Wollt ihr den totalen Krieg?" als Klingelton benutzt. Das sind tolle Aussichten, dass die bei unseren Mitbürgerinnen und Mitbürgern derzeit mit Abstand beliebteste Partei solche Fachkräfte in ihren Reihen hat. Goebbels als Klingelton ist generell schon krank. Diesen speziellen Auswurf von ihm zu nehmen, der Hunderttausende weitere Todesopfer zur Folge hatte, ist an Krankheit nicht zu überbieten. Bisschen schade, dass das knapp dreißig Prozent unserer Landsleute offenbar schnuppe ist. Angela Merkel war Überraschungs- und Stargast bei der Einweihung des Barack Obama Museums in Chicago. Natürlich umweht viele eine nostalgische Heimeligkeit, wenn sie hören Merkel und Obama. Ach, das waren noch Zeiten. Damals war die Welt noch gemütlicher, friedlicher, in Ordnung. Und gleichzeitig darf man nicht vergessen, dass in jener Zeit der gemütlichen Selbstzufriedenheit die Grundlage für das Zeitalter