#299 - Meine Meinung kostete mich den Job (Journalist)
5/27/20262 hr 41 min
33 Jahre lang war Harald Martenstein ein gern gelesener Kolumnist beim Tagesspiegel. Dann endete seine Karriere plötzlich und unerwartet, weil er seine Meinung äußerte. Ob die anberaumte “Geheimkonferenz” lediglich in einem zeitlichen Zusammenhang mit dem Ereignis steht, und ob es sich um einen seltsamen Zufall handele, dass mehrere Medien gleichzeitig seinen Ausschluss aus dem öffentlichen Diskurs forderten, lässt er offen. Klar für ihn ist hingegen, dass “der Nazi- und Antisemitismus-Vorwurf” heutzutage viel zu locker sitzt und die inflationäre Diffamierung kritischer Stimmen als Anhänger der Nationalsozialisten, eine Verharmlosung der damaligen Ereignisse ist. Er erzählt mir im Gespräch, wie es dazu kam, dass seine Rede gegen ein AfD-Verbot im Thalia-Theater absurd viral ging, was das über seine Vorstellung von Demokratie aussagt, und ob es für ihn einen Weg zurück gibt, nachdem ihn Teile des Mainstreams abgeschrieben haben. Sponsoren: (WERBUNG) https://linktr.ee/ungeskriptet_werbepartner Aufnahmedatum: 28. April 2026 KAPITEL: (00:00:00) - Intro (00:02:27) - Afrikanistik, Romanistik & der Weg zum Journalismus (00:09:22) - Lokalreporter, Hausbesetzungen & drei Jobangebote (00:13:09) - Neutralität vs. Haltungsjournalismus: Ein schleichender Wandel (00:24:24) - Das Talia-Theater: Die Rede zum AfD-Verbot (00:56:52) - Tagesspiegel, Judenstern-Kolumne & der Rauswurf (01:11:57) - Koordinierte Medien & die Einschüchterung junger Journalisten (01:29:07) - Bild, Zeit & die Zukunft des Journalismus (02:26:00) - Eine letzte Frage Ben: Youtube: https://www.youtube.com/c/ungeskriptetbyben?sub_confirmation=1 TikTok: https://www.tiktok.com/@ungeskriptet Instagram: https://instagram.com/ben_ungeskriptet X: https://x.com/benungeskriptet?s=21 {ungeskriptet} gibt's hier bei YouTube und überall, wo es Podcasts gibt. Alle weiteren Links: https://www.ungeskriptet.com Mein Ziel ist es, der beste Podcast Host Deutschlands zu werden. Ich verspreche dir, die spannendsten Gäste an meinen Tisch zu holen. 100% Realtalk. No Bullshit. #besterpodcast. Learn more about your ad choices. Visit megaphone.fm/adchoices
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First 90 secondsHarald Martenstein· Guest0:00
Dieser Nazi- und Antisemitismusvorwurf sitzt einfach wahnsinnig locker.
Ben· Host0:05
Ihr Auftritt im Thalia Theater.
Harald Martenstein· Guest0:07
Wir sprechen hier also über das Verbot einer Partei.
Ben· Host0:11
Der ist ja extrem viral gegangen und der hatte mehrere Millionen Views.
Harald Martenstein· Guest0:16
Wir reden über das Ende der Demokratie. Die Stimmung im Saal war eisig. Unmittelbar danach ist ein Theatermann auf mich zugekommen, der ist ja aufgehauen und hat gesagt: „Du und deine Freunde von der AfD.“ Also er hatte nicht kapiert, wenn man mich zu der Frage engagiert hätte, soll die Linkspartei verboten werden oder nicht, dann hätte ich das natürlich auch gemacht.
Ben· Host0:33
Und dann gab es 2022 ironischerweise nämlich einen ähnlichen Vorfall und da wurde Ihr Artikel gelöscht.
Harald Martenstein· Guest0:41
Das waren Demonstranten, die gegen die Corona-Maßnahmen demonstrierten, aber man hat ihnen zum Vorwurf gemacht, sie seien Antisemiten und irgendwie naziaffin. Und da habe ich die also verteidigt.
Ben· Host0:53
Und dann kommt die Frankfurter Rundschau um die Ecke und nennt Sie namentlich zusammen mit Fleischhauer und Porschardt mit der These, diese Journalisten müssten aus dem Diskurs ausgeschlossen werden.
Harald Martenstein· Guest1:06
Ja, ich meine, sind die denn geisteskrank da? Aber der Tagesspiegel hat diesen Aufruf beherzigt und hat das dann gelöscht. Alles Böse, was ein Mensch tun kann, haben sie mir unterstellt. Ich habe ja 33 Jahre für die gearbeitet. Das war ...
Ben· Host1:20
Wenn es Cancel Culture gäbe, dann könnte ich ja sagen, da haben sich Leute koordiniert.
Harald Martenstein· Guest1:25
Es waren drei Zeitungen, in denen das parallel stand.
Ben· Host1:28
Ach, verrückt. Wie kann das passieren?