#238 Der Gesandte
5/6/20261 hr 20 min
Triggerwarnung: In dieser Folge geht es um sexualisierte und häusliche Gewalt und Suizidgedanken Es ist mal wieder mitten in der Nacht, als ‘Saskias’ Partner sie raus ins Gewerbegebiet zitiert. ‘Saskia’ weiß, dass das kein gutes Zeichen ist. Meist heißt es, dass sie nicht genug Geld eingenommen hat und damit den “Gesandten” verärgert hat. Tatsächlich ist ihr Freund ‘Patrick’ sauer, denn wenn sie den Zorn des Gesandten auf sich ziehen würden, dann seien sie beide in Gefahr, brüllt er ‘Saskia’ an. Doch ‘Saskia’ weiß nicht, was sie noch tun soll. Seit Monaten schläft und isst sie kaum und verkauft ihren Körper an fremde Männer in Aussicht auf ein glückliches Leben. Wütend zieht ‘Patrick’ sein Taschenmesser und lässt die Klinge rausschnellen. Wenn sie das alles nicht ernst nehme, dann müssten sie nun eben ein Opfer bringen, sagt er. Wenig später fließt Blut. In dieser Folge “Mordlust - Verbrechen und ihre Hintergründe” geht es um eine junge Frau, die sich eine schöne Zukunft mit ihrem Partner ausgemalt hatte und stattdessen in die Zwangsprostitution geriet. Es geht um das System von “Loverboys”, um Menschenhandel und darum, welche Dynamiken Betroffene in die Abhängigkeit treiben. Und diese Folge zeichnet den Weg einer Frau nach, die uns ihre Geschichte erzählt und dabei schonungslos und ehrlich in die dunkelste Zeit ihres Lebens blickt. Expert:innen für diese Folge: Sozialarbeiterin und Mitarbeiterin einer Fachstelle für Frauenhandel in einer Frauenberatungsstelle, ‘Lola Reinhardts’ (Name zu ihrem Schutz und zum Schutz der Betroffenen geändert) Forensische Psychiaterin und Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, Dr. Nahlah Saimeh Credit Produzentinnen/Hosts: Paulina Krasa, Laura Wohlers, Jon Handschin Recherche: Paulina Krasa, Laura Wohlers, Alicia Theisen Schnitt: Pauline Korb Rechtliche Abnahme: „Abel und Kollegen“; Benedikt Müller Quellen (Auswahl) Auf Wunsch der Betroffenen und zu ihrem Schutz verlinken wir keine Quellen, die Hinweise auf ihre Identität liefern könnten. Das Urteil zum Fall liegt uns vor. Bundesweite Hilfe und Unterstützung KOK e.V. - Bundesweiter Koordinierungskreis gegen Menschenhandel e.V. https://www.kok-gegen-menschenhandel.de/ BKA Aufklärungskampagne FakeLove https://www.bka.de/DE/Landingpages/FakeLove/fakelove_node.html WEISSER RING e.V. https://weisser-ring.de/ (Verein zur Unterstützung von Kriminalitätsopfern und zur Verhütung von Straftaten) mit Kontaktadressen im gesamten Bundesgebiet, Tel.: 116 006 Bundesweites "Hilfetelefon Gewalt gegen Frauen", Tel.: 08000116016 Sofort-Chat täglich zwischen 12 und 20 Uhr https://www.hilfetelefon.de/das-hilfetelefon/beratung/sofort-chat Jede Polizeidienststelle Partner der Episode Du möchtest mehr über unsere Werbepartner erfahren? Hier findest du alle Infos & Rabatte: https://linktr.ee/Mordlust Du möchtest Werbung in diesem Podcast schalten? Dann erfahre hier mehr über die Werbemöglichkeiten bei Seven.One Audio: https://www.seven.one/portfolio/sevenone-audio
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First 90 secondsPaulina Krasa· Host0:00
[Hintergrundmusik] Mordlust. Willkommen bei Mordlust, einem Podcast über wahre Verbrechen, produziert von der Partner in Crime in Zusammenarbeit mit Studio Women's. Mein Name ist Paulina Krasa. In jeder Folge hört ihr hier einen Kriminalfall aus Deutschland und dabei schauen wir hier auf juristische, psychologische und gesellschaftliche Aspekte und sprechen mit Menschen mit Expertise, Beteiligten oder Betroffenen. True Crime heißt, dass hinter jedem Fall echte Menschen und ihre Schicksale stehen. Das solltet ihr beim Hören nicht vergessen. Wir berücksichtigen das auch bei unserer Arbeit. Wenn ihr merkt, dass euch bestimmte Themen nicht guttun, dann passt lieber auf euch auf und skippt die Folge. Und weil wir bei all der Schwere zwischendurch aber auch mal etwas Luft brauchen, sind bei uns auch manchmal kleine Abschweifungen erlaubt. Das ist aber nicht despektierlich gemeint. Heute erzähle ich euch von einem Fall, in dem die Ängste, aber auch die Liebe einer Frau so sehr ausgenutzt und manipuliert wurden, dass die Grenze zwischen Realität und dem, was sie irgendwann für wahr hält, verschwimmen. Alle Namen und auch einige identifizierende Beschreibungen haben wir zum Schutz der Betroffenen verändert. Das Verbrechen an sich bleibt davon aber unberührt und die Triggerwarnung findet ihr wie immer in der Folgenbeschreibung. Am 19. Oktober 2015, mitten in der Nacht, liegt das Gewerbegebiet verlassen da. Die Parkplätze vor